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Kettel: Myam James part 1

Info:
Author:  Thaddus Herrmann
Magazine:  De:Bug
Review language:   German

Artist:   Kettel

Rating:  no rate given
Review date:  21 May 2008



Review:
Ah! Endlich! Neue Musik von Kettel, der, wenn ich mich recht erinnere, einfach noch nie einen schlechten Track abgeliefert hat. Besondere bedeutung haben seine Alben auf Sending Orbs, diesem holländischen Label der Extraklasse, auf dem immer alle Artists alles richtig machen. Für sein neues Album hat Reimer Eising der auf dem Weg ins Studio noch schnell sein Feuerzeug gegen eine 303 getauscht hat und in unfassbar oldschoolig herzerfrischender Manier die Tradition des Acid-infizierten Popsongs wieder aufleben lässt. Man kann den unfassbaren Swing dieser Songs gar nicht gescheit in Worte fassen. Wir sind zurück in einer Zeit, als so was nicht nur erlaubt, sondern auch schwer goutiert wurde. Alles ist knallbunt, freundlich und toll, und man will einfach alle Spuren der Stücke auswendig lernen, mitpfeifen, dazu singen, tanzen, immer und immer ieder in die Luft springen, alle Fenster aufreißen und der verschlafenen Welt da draußen ein lautes YEAH! entgegenschmettern. Endlich wieder unverblümt den Boogie auspacken! Natürlich ist das schwer Aphex-Twin-infiziert, aber sei es drum. Hat etwa jemand was gegen den Panzer- Sammler? Hat ihm jemand die Ausschlachtung seiner Schubladen wirklich übel genommen? Na also! Die naive Lebensfreude, die uns hier begegnet, lässt alle Referenzen sowieso komplett alt aussehen. Die Breaks rocken, die 303 bollert, zwitschert, trällert, brüllt, eiert und weint, das Orchester gibt alles, und ich fühle mich wie in einem Himmel, in dem Bochum Welt und Richard James den ganzen Tag nur Witze erzählen, Timm Thaler gucken und dazu knallrosa Blubberwasser trinken. Future-Pop der Extraklasse. Remixe von Phoenecia und Secede runden ein Album ab, das, und das ist die gute Nachricht, nicht umsonst Part I heißt. Der zweite Teil ist schon fertig und erscheint demnächst!